Smart Home – was es leistet, was es bringt. Eine Übersicht.

In den Zukunftsvisionen der vergangenen Jahrzehnte durfte das Smart Home nie fehlen. Smarte, intelligente Häuser versprechen uns den Alltag zu erleichtern und uns Arbeiten im und am Haus abzunehmen. Das Gebäude soll durch die vernetzte Technik Energie sparender zu bewirtschaften sein und zugleich sollen die Systeme mehr Sicherheit schaffen. Viele dieser Versprechen lassen sich tatsächlich schon heute umsetzen. Wie das das funktioniert und was davon für Sie wirklich interessant sein könnte, zeigt Ihnen unser kurzer Überblick zum Thema Smart Home.

Smart Home, intelligentes Wohnen, Gebäudeintelligenz – eine Idee und viele Begriffe!

Dem Smart Home gehört die Zukunkft. Zu sehen ist ein Tablet, auf dem sich Steurungssymbole befinden, die die Form eines Hauses bilden.Dem Begriff „Smart Home“ geht es wie vielen nicht geschützten Begriffen. Was genau darunter jeweils verstanden wird, definieren Anbieter, Kunden oder Experten jeweils nach eigenem Gutdünken. Ähnlich verhält es sich mit Begriffen wie „Smart Living“, „Vernetztes Haus“ oder „Intelligentes Wohnen“. Häufig unterscheiden sich diese Begriffe nur durch jeweils anders gesetzte Akzente. Mal steht eine Technik im Fokus, die vorausschauen und die Bedürfnisse der Bewohner antizipieren soll, mal wird mehr Wert gelegt auf „mitdenkende“ Geräte, die sich unserem Lebensalltag anpassen und bei wieder anderen geht es vor allem ums Energiesparen.

Im Mittelpunkt all dieser Konzepte, ob sie nun als „intelligent“, „smart“ oder „vernetzt“ bezeichnet werden, steht eine zentrale Steuerung unterschiedlicher Anlagen der Gebäudetechnik. Mithilfe dieser Steuerungen können früher getrennt agierende Anlagen wie Licht, Strom, Alarmtechnik oder Kommunikationssysteme miteinander verknüpft werden.

Das Smart Home bedient den Benutzer – nicht umgekehrt!

So lässt sich beispielsweise die Deckenbeleuchtung unabhängig vom klassischen Lichtschalter per Smartphone oder via Computer automatisch ein- oder ausschalten. Dadurch können auch zusätzliche Sensoren in die Steuerung miteingebaut werden, die etwa die Helligkeit messen. Sobald es dunkel wird, schaltet das System bei entsprechender Programmierung das Licht automatisch ein. Wird dafür ein KNX/EIB System verwendet, kann der Lichtschalter dann wiederrum auch per PC umgewidmet werden, so dass sich mit ihm dann die Jalousien öffnen oder schließen lassen.

Ob man das wirklich braucht, ist genau die Frage, die man bei Begriffen wie Smart Living oder Gebäudeintelligenz stets stellen sollte. Denn hinter diesen Begriffen steht meist nicht mehr (aber nicht weniger) als die Möglichkeit, Geräte, Anlagen und Systeme im Haus auf vielfältige Weise über zentrale Steuerungselemente wie Computer oder Tablet zu bedienen und einzustellen.

Wirklich smart und intelligent werden Häuser jedoch nicht allein durch den Einbau einer zentralen Steuerungstechnik. Erst wenn die Technik den Benutzer bedient und nicht umgekehrt, lässt sich sinnvoll von einem Smart House sprechen. Dafür bedarf es aufeinander abgestimmter Konzepte sowie einer klaren Vorstellung davon, was mit einem Smart House eigentlich gewonnen werden soll.

Was sollte ein Smart Home können?

In den gängigen Zukunftsszenarien zum Smart Home darf der (vermeintlich) intelligente Kühlschrank nie fehlen. Er soll automatisch feststellen, ob uns beispielsweise die Milch ausgeht. Ist das der Fall, erinnert uns der Kühlschrank daran und setzt Milch auf die Einkaufsliste oder bestellt sie für uns bei einem Lieferdienst. Obwohl es solche Kühlschränke längst zu kaufen gibt, haben sie sich bislang nicht durchgesetzt. Und das spricht durchaus für die Intelligenz der Menschen. Denn wirklich vernünftig ist eine solche Anwendung sicher nicht. Das Adjektiv „überflüssig“ trifft es für diese Spielerei sicher eher.

Intelligent dagegen sind vernetzte Systeme, die uns im Haus dann und dort helfen, wenn wir gerade nicht zugegen sind. So kann sich das Smart Home schon heute bereits selbst bewachen. Ausgestattet mit der richtigen Alarmtechnik wird ein unbefugtes Betreten des Geländes oder der Wohnung sofort registriert. Je nach Einstellung kann ein Alarm ausgelöst sowie die Polizei oder eine andere Leitstelle verständigt sowie der Besitzer informiert werden.

Das Smart Home leistet jedoch noch mehr. Es beugt etwa in der Urlaubszeit Einbrüchen vor. Die meisten Einbrecher sind scheue Wesen, die nur eindringen, wenn sie glauben, es sei niemand zu Hause. In der Urlaubzeit, aber auch und gerade in den besonders einbruchsgefährdeten Wintermonaten, täuscht das Smart Home deshalb vor, es sei jemand zu Hause. Das Licht wird automatisch ein- oder ausgeschaltet, Jalousien werden bewegt, ein Radio geht an, sodass Einbrecher annehmen müssen, es sei jemand im Haus.

Das Smart Home spart Energie

Viel Energie wird in Wohnung und Häusern allein dadurch verschwendet, dass etwa Heizungen zu Zeiten laufen, in denen die Bewohner gar nicht zu Hause sind. Im Smart Home gehört dieses Problem der Vergangenheit an. So kann die Heizung auf Uhrzeiten programmiert werden, die dem Lebensrhythmus der Bewohner entspricht. Sollte ein Bewohner einmal früher als geplant nach Hause kommen, kann er das Haus darüber informieren, sodass es dann angenehm warm ist, wenn er eintrifft. Ausgestattet mit entsprechenden Sensoren können die smarten Häuser aber auch selbstständig lüften, sobald die Luft zu verbraucht ist und so für ein stets angenehmes Klima sorgen. Bereits heute gibt es Stromzähler, die zentral den Verbrauch einzelner Geräte kontrollieren und sie automatisch abschalten, wenn sie unnötigerweise noch laufen.

Das Smart Home ermöglicht altersgerechtes Wohnen

Bekanntlich wächst die Zahl älterer Menschen in Deutschland von Jahr zu Jahr. Die Frage, wie altersgerechtes Wohnen aussehen kann, beschäftigt daher schon heute immer mehr Menschen. Das Ziel altersgerechter Wohnungen ist es, die Selbstständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich zu erhalten. Das Smart Home liefert dafür einige Lösungen. Intelligente Gebäudetechnik unterstützt Senioren und hilft ihnen dabei, ihren Alltag auch dann noch gut zu bewältigen, wenn Kräfte und Gedächtnis nachlassen.

Meldefunktionen können Alarm, sobald sich im Haus über eine gewissen Zeitraum nichts tut. Die Türsprechanlage kann mit dem Fernseher verbunden werden, sodass ältere Menschen bequem und sicher prüfen können, wer vor der Wohnung steht. Auch intelligente Medizinschränke sind bereits in Erprobung, die so programmiert werden können, dass sie die Bewohner automatisch an die Medikamente erinnern, die genommen werden müssen. Noch erfolgt die Steuerung all dieser Lösungen fast ausnahmslos über Displays, Schalter oder Tablets. Wirklich altersfreundlich werden diese Anwendungen aber sicher erst, wenn das Smart Home seine Bewohner wortwörtlich versteht. Es gibt dafür bereits etliche Testsysteme, die Erfolg versprechend aussehen. Bis zur Marktreife dürfte es allerdings noch etwas dauern.

Auch Bestandshäuser lassen sich zum Smart Home umrüsten

Die Geräte und Systeme eines Hauses wie Fernseher, Heizung oder Alarmtechnik sprechen heutzutage noch nicht die gleiche Sprache. Zwar arbeiten Industrie und Forschung an einheitlichen Bedienstrukturen, doch ist das derzeit noch Zukunftsmusik. Dass schon heute von Smart Homes gesprochen werden kann, verdankt sich vor allem den sogenannten KNX-Bussystemen. Über diese Feldbusse lassen sich Geräte unterschiedlichster Hersteller miteinander verbinden und Daten austauschen. Um ein Haus mit dem KNX-System auszustatten, müssen KNX-Kabel verlegt werden. Sinnvollerweise geschieht dies Unterputz, weshalb schon bei der Planung des Innenbaus an KNX gedacht werden sollte.

Der Vorteil der KNX-Systeme liegt in ihrer großen Variabilität und Flexibilität. KNX ist ein offener Standard. Zahlreiche Hersteller bieten bereits eng aufeinander abgestimmte Geräte an, die sich ohne großen Aufwand montieren und installieren lassen. Bei KNX besteht zudem die Möglichkeit ein Funksystem aufzusetzen, sodass auch Erweiterungen ohne zusätzliches Kabellegen möglich sind. Ein Umdefinieren von Schaltern und Anschlüssen ist bei KNX ohnehin jederzeit möglich.

Wer aus Bestandsobjekten ein Smart Home machen möchte, ohne die Wände für Kabel aufzureißen, setzt am besten auf Funk-Bussysteme. Jalousien, Raumtemperatur oder Licht lassen sich bestens mit den Funk-Systemen steuern – falls gewünscht auch per Smartphone oder Tablet von unterwegs aus.

Gerne beraten wir Sie individuell zu den Möglichkeiten, Ihr Haus intelligent zu vernetzen und ganz oder teilweise in ein Smart Home zu verwandeln. Sobald Sie uns kontaktieren, melden wir uns bei Ihnen und schauen auf Wunsch auch gern zu einem kostenfreien Beratungsgespräch bei Ihnen zu Hause vorbei. Bei der Ortsbesichtigung können wir prüfen, welche Systeme bereits vorhanden sind und so individuell auf Ihre Wünsche und Vorstellungen eingehen.

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