Erhöhtes Einbruchsrisiko durch naive Nutzung von Facebook & Co.

In der Urlaubszeit ist das Smartphone ein praktischer Begleiter, besonders beliebt ist das Posten von Urlaubsfotos und -videos auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. Doch nicht nur Urlauber und deren Freunde finden diese Meldungen toll. Auch Einbrecher nutzen die sozialen Netzwerke immer professioneller. Durch öffentlich geteilte Live-Bilder vom Urlaubsort liegt die Vermutung nahe, dass das heimatliche Haus oder die Wohnung im Moment unbewohnt ist.

Soziale NetzwerkeDurch die Kombination verschiedener Daten der sozialen Netzwerke können Rückschlüsse auf den aktuellen Aufenthaltsort der Nutzer sowie auf den Wohnort getroffen werden. Möglich ist das u.a. durch GPS-Informationen, die mit den Bildern im Netz hinterlegt werden. Sie GPS-Koordinaten werden dann mit dem Wohnort abgeglichen und bei großer Entfernung dieser beiden Punkte kann die Wohnung oder das Haus in Deutschland als lohnendes Ziel für einen Einbruch angezeigt werden.

Durch die Auswertung von Standortverläufen, die oft im Hintergrund von Apps läuft, können Historien und Prognosen für Standortverläufe erstellt werden. Dann kann auch die wahrscheinliche Abwesenheitsdauer des Hausbesitzers ermittelt werden.

Selbst „Old School-Einbrecher“ kundschaften heute bereits Objekte mit Diensten wie Google StreetView oder Google Earth aus und entscheiden sich für besonders geeignet erscheinende Ziele. Durch die Kombination mit den o.g. Bewegungsprofilen wird das Auffinden von Einbruchszielen aus der Ferne für professionelle Täter immer einfacher und zielgerichteter möglich.

Wer vorsichtig mit den eignen Daten umgeht, trägt damit auch zum Einbruchschutz bei. Folgende Punkte sollten Sie befolgen:

  • Nutzen Sie Pseudonyme statt des realen Namens in sozialen Netzwerken
  • Geben Sie Ihre Adresse nicht in den Profilen an
  • Veröffentlichen Sie keine Urlaubsankündigungen oder Abwesenheitsnotizen in den sozialen Netzwerken, im Email-Auto-Responder oder auf dem Anrufbeantworter
  • Veröffentlichen sie Ihre Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr von der Reise
  • Geben Sie Ihre Standortdaten nur frei, wenn das unbedingt nötig ist und löschen Sie Ihren Bewegungsverlauf regelmäßig
  • Akzeptieren Sie nur Twitter-Follower bzw. Facebook-Freunde, die Sie wirklich kennen.

Zusätzlich zu den o.g. Punkten sollten Sie natürlich auch klassische Maßnahmen des Einbruchschutzes währen der Urlaubszeit beachten. Dazu gehört das Leeren des Briefkastens durch Nachbarn oder Freunde und das Vortäuschen der Anwesenheit durch Zeitschaltungen für die Beleuchtung, Rolläden und für das Radio.