Mehr Polizei bringt nichts. Nur besserer Einbruchsschutz schreckt Einbrecher ab!

Zu diesem ebenso überraschenden wie ernüchterndem Ergebnis kommt eine groß angelegte Forschungsstudie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. Der wichtigste Grund dafür ist die niedrige Aufklärungsquote der Polizei in diesem Bereich. Einbrecher, so ein Fazit der Studie, müssen in Deutschland nur selten damit rechnen, erwischt und dann auch noch verurteilt zu werden. Für Eigentümer und Mieter bedeutet dies, dass sie besser selbst in den Einbruchschutz investieren sollten. Wer darauf wartet, dass die Strafbehörden die steigende Zahl der Einbrüche in absehbarer Zeit in den Griff bekommen, dürfte dagegen enttäuscht werden.

Berlin hinkt bei der Aufklärung und Festnahme von Einbrechern bundesweit hinterher

Dass die Gefahr, Opfer von Einbrechern zu werden, wächst, ist nicht nur ein subjektives Gefühl, dass so manchen von uns beschleicht. Die objektiven Zahlen bestätigen dieses ungute Gefühl: Gab es 2006 in ganz Deutschland noch 106.107 Wohnungseinbrüche, wies die Kriminalstatistik 2014 bereits 152 123 und 2015 sogar 167 139 Fälle aus. Der historische Höchststand von 1993 mit damals 227 090 Wohnungseinbrüchen ist damit zwar noch nicht erreicht, doch scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis es soweit ist.

Einbrecher Hauptstadt Berlin - Einbrecher schleichen um das Brandenburger Tor herumBesonders besorgniserregend sind die Zahlen für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Im bundesweiten Vergleich wird nirgendwo häufiger eingebrochen als in diesen Städten. Brandenburg liegt bei der Zahl der Einbrüche im Mittelfeld. Bei der Aufklärungsquote belegt Berlin den letzten Platz, während Brandenburg hier im vorderen Mittelfeld rangiert. Das legt zumindest den Schluss nahe, dass in Berlin die Polizei schon durch die schiere Zahl der Einbrüche schlicht überfordert ist und Einbrecher hier daher besonders leichtes Spiel haben.

Obwohl die Polizei viel tut, vermag sie Einbrecher nicht abzuschrecken

Eine Tatortbegehung und -besichtigung zählt in den allermeisten Fällen zu den Standards der polizeilichen Ermittlung. Ob diese von der Schutz- oder Kriminalpolizei durchgeführt wird, spielt statistisch gesehen für den Aufklärungserfolg keine Rolle. In nur in drei Prozent aller Fälle führt die Spurensicherung (dazu zählen u.a. Fingerabdruck oder DNA-Spuren) zur Ermittlung oder zur Erhärtung eines konkreten Tatverdachts. Lediglich bei acht von 100 Einbrüchen führen Zeugenaussagen zur Ermittlung von Tatverdächtigen. In weiteren elf bis siebenundzwanzig Prozent werden Bezüge zu anderen Wohnungseinbrüchen vermutet, meist aufgrund räumlicher und zeitlicher Nähe.

Immerhin in jedem fünften Fall führt die Polizei Ermittlungs- bzw. Zwangsmaßnahmen gegen Tatverdächtige durch. Darunter fallen Sicherstellungen, Fingerabdruckabgleiche und auch molekulargenetische Untersuchungen. Durch diese Maßnahmen können allerdings nur 2 von 100 Fällen aufgeklärt werden. Diese ohnehin schon bescheidene Erfolgsstatistik wird noch einmal getrübt durch die Tatsache, dass der Großteil der polizeilich aufgeklärten Fälle bereits von der Staatsanwaltschaft eingestellt wird, weil kein hinreichender Tatverdacht begründet werden kann.

Vor der Strafverfolgung fürchten, muss sich ein Einbrecher im Grunde erst, wenn die Staatsanwaltschaft die Anklage eröffnet. Dann nämlich kommt es in drei Viertel aller Fälle auch zu einer Verurteilung. Im Schnitt muss ein verurteilter, erwachsener Einbrecher mit 14,6 Monaten Freiheitsentzug rechnen (mit und ohne Bewährung). Die verhängten Jugendstrafen betragen im Schnitt knapp 26 Monate ohne und rund 15 Monate mit Bewährung.

Wer ist für die wachsende Zahl an Einbrüchen verantwortlich?

Viele Innenpolitiker sowie fremdenfeindlich gesinnte Teile der Bevölkerung schieben die wachsende Zahl an Einbrüchen gerne auf „ausländische Banden“. Dieses Bild lässt sich statistisch jedoch so nicht durchgängig belegen. Tatsächlich sind im Bundesdurchschnitt die meisten ermittelten Täter männlich, durchschnittlich 26,3 Jahre alt und überwiegend deutsche Staatsangehörige. Allerdings gibt es auch Regionen in Deutschland, in denen die meisten Einbrecher eher älter und nichtdeutscher Herkunft sind.

Die Mehrzahl der Einbrüche wird zumindest im Durchschnitt von Einzeltätern begangen. Nur in 44% aller Einbrüche handelte es sich um eine gemeinschaftlich begangene Tat. Der Anteil der sogenannten Beschaffungskriminalität ist regional ebenfalls sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei rund einem Drittel der Verurteilten findet sich ein Suchthintergrund. Auffällig häufig kennen die Einbrecher eine oder mehrere der von ihnen bestohlenen Personen zumindest vom Sehen. Betroffen von solchen Nachbarschaftseinbrüchen sind offenbar besonders strukturschwache Gebiete und Viertel mit hoher Arbeitslosigkeit.

Insgesamt lässt sich aus der Statistik kein heterogenes Täterbild ermitteln. Immerhin ist auffällig, dass es sich dabei vor allem um Männer handelt (Frauen spielen hier offenbar so gut wie keine Rolle), die bereits „alte Bekannte“ der Polizei sind und wegen ähnlicher Delikte schon früher polizeilich geführt wurden. Die geringe Verurteilungsquote legt jedoch nahe, dass die daraus entstehenden Verdachtsmomente den Ermittlungsbehörden schlicht nichts bringen. Die Vermutung, dass es sich in vielen Fällen um Wiederholungstäter handelt, liegt nahe, kann jedoch nur selten bewiesen werden.

Der Staat erweist sich hier als weitgehend ohnmächtig. „Ausländische Banden“ für die wachsende Zahl der Einbrüche verantwortlich zu machen, ist so gesehen zwar bequem, lenkt vom Problem des mangelnden staatlichen Schutzes jedoch nur allzu deutlich ab und lässt sich aus den Zahlen jedenfalls nicht begründen.

Mechanischer Einbruchschutz sowie Alarmanlagen und Videoüberwachung führen zu mehr Sicherheit

Einbrecher entgehen dem Hund auf dem Foto ebenso wenig wie Briefträger, Müllmänner oder Katzen. Der Hund sieht den Betrachter direkt an. Zur Überschrift "Mir entgeht nichts" gibt es eine Strichliste der vom Hund vertrieben Menschen und Tiere.Von Wohnungseinbrüchen betroffen sind am häufigsten Mehrfamilienhäuser sowie Parterre und erste Etagen von Einfamilienhäusern. Eingebrochen wird dabei mit großem Abstand meist durch ungesicherte Türen und Fenster. In den häufigsten Fällen hebeln Einbrecher die ungesicherte Tür einfach auf. Je nach Region wird aber auch gerne mit einer Karte der Schnapper aufgedrückt oder mit roher Gewalt das Türblatt durchgebrochen. Lediglich geklappte und nicht fest verschlossene Fenster sind ebenfalls eine Einladung an Langfinger. Seltener, aber dennoch statistisch relevant, ist das Einschlagen von Glasfenstern, um in die Wohnung einzudringen.

In fast der Hälfte aller Taten erbeuten die Einbrecher Geld oder Gegenstände im Wert von rund 2500 Euro. Jedes fünfte Opfer hat sogar einen Verlust von weit über 10 000 Euro zu beklagen. Fast immer werden dabei persönliche Dinge durchwühlt und Kleidungsstücke angefasst. In bis zu 24% aller Fälle wird die Wohnung beim Einbruch sogar größtenteils verwüstet.

Da die Polizei meist zu spät zu kommt und auch der wachsenden Zahl an Einbrüchen nicht wirklich Herr wird, ist es mehr als nur ein Trost zu wissen, dass Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras bei der Aufklärung signifikant helfen – genaue Zahlen liefert die Studie dazu leider nicht. Aus anderen Studien* ist zudem bekannt, dass Sicherheitstechnik das Risiko für einen Einbruch deutlich mindert. Ist ein Einbruchschutz vorhanden, brechen Einbrecher ihren Versuch, in die Wohnung einzudringen, nahezu doppelt so häufig ab als wenn ein solcher Schutz fehlt.

Gerne beraten wir Sie persönlich vor Ort bei Ihnen zu Hause, mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Büro optimal vor Einbrechern schützen können. Vereinbaren Sie noch heute eine Sicherheitsberatung bei SOSCOM, damit Sie sich auch in Zukunft sicher fühlen.

* Dreißigacker, A.; Wollinger, G. R.; Bartsch, T.; Baier, D. (2015): Prävention von Wohnungseinbruch. Was schützt vor einem Einbruch und welche Konsequenzen ziehen Betroffene aus einer solchen Tat? In: Forum Kriminalprävention, 2/2015, S. 58–64.